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Bischofsgrablege Rottenburg am Neckar

Die bestehende Sülchenkirche wurde 1447–1454 errichtet und zeigt spätgotischen Gesamtcharakter. Im Zuge von Sanierungsarbeiten wurde eine Vorgängerkirche mit drei Apsiden aus dem 9. Jahrhundert gefunden, welche Ähnlichkeit mit dem Plan der Klosterkirche Müstair hat. Unter der Vorgängerkirche werden weitere Reste einer noch älteren Vorgängerkirche aus dem 6. Jahrhundert vermutet.
Der Entwurf übernimmt die axialsymmetrische Grundstruktur des Kirchenbaus. Der durch Grabungen entstandene Freiraum wird durch einen monolithischen Körper besetzt und bildet kraftschlüssig das neue Fundament für das bestehende Kirchenschiff. Die neu zu errichtenden Räume werden als Negativformen aus dem monolithischen Gebilde ausgespart. Eine Treppenanlage verbindet Oberkirche und Unterkirche. Konzentrationspunkt der Anlage ist der Andachtsraum mit großer Raumhöhe, dessen seitlichen Raumabschluss die Grablege bildet. Der Zugang zum Archäologiebereich liegt auf Höhe des Zwischenpodestes in axialer Verlängerung des ersten Treppenlaufes. Zwei Nischen im Baukörpermonolith, die den vermuteten Seitenapsiden gegenüberliegen, ermöglichen die Präsentation von kleinformatigen Einzelobjekten. Sämtliche Raumschalen werden in Stampflehmbauweise herausgebildet und lassen eine zeitlose Umgebung entstehen, die die Vorstellung von ewiger Ruhe versinnbildlicht. Die Gesamtanlage wird aus einem komplexen System aus mathematischen Verhältniszahlen, Proportionen und Symbolen entwickelt.

Team Entwurf und Projekt: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur Sturm, Michael Mayer
in Kooperation mit Wiesler Zwirlein Architekten, Stuttgart
Ausstellungsgestaltung: mm+, HG Merz, Stuttgart
Auftraggeber: Bistum Rottenburg-Stuttgart
Wettbewerb 2014 1.Preis, Realisierung 2015-17