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Diözesanmuseum Freising

Die bestehende Situation ist geprägt von der Lage des Baubestandes aus 1870 auf dem Höhenplateau des Domberges. Die Art der Topografie und die strukturelle Anordnung verschiedener baulicher Anlagen entwickelten eine historisch gewollte Abgeschlossenheit des Ortes mit bewusster Distanz zu den stadträumlichen Komponenten und nur sehr wenigen Zugängen. Die erhöhte Aussichtslage eröffnet in alle Richtungen schöne Sichtachsen, welche teilweise verbaut oder nicht zugänglich sind. Die Neukonzeption des DMF ermöglicht einen autarken Museumsbetrieb innerhalb der bestehenden Gebäudestruktur und bildet als neu wahrnehmbarer Solitär den westlichen Abschluss der Bebauungsreihe des Domberges. Gezielt gesetzte Maßnahmen ermöglichen als akupunkturartige Interventionen subtil den Dialog mit der Stadtlandschaft und die gewünschte schrittweise Öffnung der Anlage nach außen. Das Konzept basiert auf dem Prinzip der minimalen Eingriffe. Der denkmalgeschützte Gebäudebestand wird dabei nahezu vollständig erhalten. Die Schärfung der Gebäudestruktur als klarer Solitär bedingt den Abbruch des um 1876 nachträglich angebauten „Abortturmes“. Diese erste Maßnahme der Öffnung nach außen generiert parallel zur Nordfassade des DMF eine neue Sichtachse auf die Dachlandschaft der Altstadt. Dieselbe Maßnahme öffnet den umgebenden Außenraum als wertvolle Aufenthaltsfläche und bewirkt die Totalfreistellung des Museums. Die vertikale Erweiterung der Kapellenapsis als Aussichtsraum wirkt leuchtturmartig als neues Sichtzeichen in Richtung Stadtraum und Umgebung. Im Gebäudeinneren schaffen wenige punktuelle Eingriffe die klare Umsetzung der komplexen Anforderungen unter Beibehaltung der historischen Struktur.

Team Entwurf: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Michael Mayer, Miriam Gruppe, Daniela Miller
Auftraggeber: Erzdiözese München und Freising
Wettbewerb 2015