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Haus der Katholischen Kirche Ravensburg

Die bestehende Situation ist geprägt durch die Lage des Grundstückes am Rand der Altstadt entlang der ehemaligen Stadtmauer. Bauliches Gepräge erhält der Ort durch die geschlossene parzellenartig besetzte Altstadtstruktur, im näheren Umfeld durch das historische Ensemble von Kapitelhaus, Pfarrhaus mit Innenhof, Waschhaus und alter Friedhofsmauer. Eine Besonderheit des Ortes stellt der Platzraum des Marienplatzes samt Liebfrauenkirche dar. Auffallend ist der durch den Entfall der Stadtmauer offene Rand und fehlende bauliche Abschluss der Altstadt. Der Entwurf übernimmt die Typologien und Elemente des Ortes und basiert auf dem Prinzip des Weiterbauens einer bestehenden Situation. Der Neubau verbindet die Häuserzeilen von Herrenstraße und Vehrengasse mit einer Baukörper-Spange, schließt dem Altstadthema entsprechend die bestehende Struktur zum Block mit Innenhof und bildet einen klar definierten Abschluss der Altstadt. Eine additiv gereihte Baukörperfolge als Referenz an die mittelalterliche Parzellenstruktur (keine längsorientierten Gebäude) übernimmt die Grammatik der Altstadt bei gleichzeitig homogenem Gesamterscheinungsbild. Die einzelnen Volumina sind in Tiefe und Höhe leicht gestaffelt, sie schaffen neben kurzen Fassadenabschnitten einen sanften Höhenübergang zwischen den bestehenden Bebauungen von Vehrengasse und Herrenstraße und die subtile Ausformulierung einer Art Kopfsituation Richtung Kirche und Platz. Der Kopfbau übernimmt das bestehende Thema der konkaven Platzfassaden und bildet mit der Kirche ein orthogonales räumliches Beziehungssystem. Die durch Konkavität geprägte Platzwirkung ist einladenden und sammelnden Charakters. Das Abdrehen des Kopfbaus aus der Straßenflucht ermöglicht ein besseres Freispielen der Kirche bei gleichzeitiger Ausbildung einer starken Ecksituation.

Team Entwurf: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Tobias Beyrer mit cukrowicz landschaften Winterthur
Auftraggeber: Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen Ravensburg
Wettbewerb 2013