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Mozarteum Salzburg

Zwei im rechten Winkel zu einander stehende Solitäre des frühen 20. Jahrhunderts sollen miteinander verbunden werden. Inmitten einer komplizierten, heterogenen Gemengelage aus verschiedenartigen wertvollen Bestandsbauten in sensibler Lage im rechtsseitigen Altstadtbereich und in unmittelbarer Nähe zum Mirabellgarten fügt sich unser Projekt als neues Passstück in die baulichen Umgebungsstrukturen. Die kleine Intervention setzt einen angemessenen Akzent, stellt das Verbindende über das Trennende und erhält die spannungsvolle Balance zwischen Konzertgebäude und Unterrichtstrakt. Das Element stellt eine „neue Mitte“ dar, verbindet gleichermaßen auch die beiden Außenraumsituationen von Schwarzstraße und Mirabellgarten und fungiert als ein multifunktionales Gelenk, das die internen Beziehungen verknüpft, die Wege verkürzt und den Gesamtüberblick vereinfacht. Das neue Element will alles andere als laut sein, es möchte sich vielmehr verhalten wie die Wichtigkeit einer Pause in einem Konzertzyklus. Es will seinem Inhalt und seiner Bedeutung gerecht werden und sucht gleichzeitig Ausgewogenheit im gewachsenen Ensemble. Ein Element mit hoher Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit, ein dienendes Element mit eigener Strahlkraft, das die Qualitäten der beiden großen Bestandselemente noch steigert und aus dem neuen Ensemble einen Ort entwickelt, an dem man gerne verweilt und der in positiver Erinnerung bleibt. Eine Abfolge von Gartenräumen vermittelt zwischen den Gebäuden des Mozarteums, dem Mirabellgarten und der Schwarzstraße. Herzstück des neu gestalteten Gartens ist das Heckenfoyer, welches Heckentheater und Mozarteum verbindet. Geschwungene niedrige Hecken umspielen und gliedern den Raum. Die zentrale Kiesfläche bleibt frei und kann mit großen Trogpflanzen aus dem Palmenhaus, aber auch mit Stehtischen für Veranstaltungen bespielt werden. Folgt man den Treppen hinab von der Bastion, gelangt man zum Mezzanin des Gartens, einem, intimen Raum, dessen Wirkung durch eine neue Baumstellung verstärkt wird. In eine mit Hecken überspielte Böschung eingelassen sind zwei Treppen, die in den unteren Raum führen. Stein, Moose, Farne, Mosaike, Nebel und Wasser verwandeln diesen Ort zu einem besonderen Gartenraum, der eine Grotte ähnlich wie in Hellbrunn evoziert. Die Terrasse mit Treppe bildet die Verbindung zwischen Foyer und Außenraum, sie bietet für besondere Anlässe eine einzigartige Aussicht auf einen der schönsten Gärten Europas.

Team Entwurf: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Tobias Schnell mit Vogt Landschaftsarchitekten Zürich
Visualisierungen: expressiv.at

Auftraggeber: Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Wettbewerb 2018 2. Preis