Geschichte: Die Entstehung der Kirche auf dem 50m hohen Liebfrauenberg in Rankweil ist auf ca.700 datierbar und diente den churrätischen Bischöfe als Kastellkirche. Kirchenburgen sind Sonderformen früher christlicher Kultbauten in Rätien. Sie waren auf schwer zugänglicher Höhe angelegt, mit einem Mauerring und meistens auch mit einem Friedhof. Die Bergkirche bildete ab dem 8. Jahrhundert das Zentrum einer Großpfarrei die zeitweise weite Teile des Vorarlberger Vorderlandes umfasste und bis ins Schweizer Rheintal reichte. Um 1000 romanische Kirche. 1445 Brand der Kirche (Zürcher Kriege). 1470-1510 Auf- und Umbauten im gotischen Stil. Ab 1652 Barocke Umbauten. 1690 Bau der Fridolinsteinkapelle.
Aufgabe: Die neue Raumsituation soll religiös motiviert der Ort des aktiven Gedenkens sein, eine Gedenkstätte für alle in den zwei Weltkriegen gefallenen Soldaten und andere Betroffene wie Euthanasieopfer, Gebets- und Andachtsraum. Der Raum als Besinnungs- und Zufluchtsort soll zeitlich nicht nur nach hinten blicken, sondern auch einen Rahmen für die Betrachtung von gegenwärtigen Ereignissen (Kriege, Terror, Gewalt, etc.) bieten, das Gedenken aktuell machen, die Vielfältigkeit des Leides sichtbar machen.
Konzept: Die Kapelle wird auf ihre Grundform zurückgeführt und von störenden Einbauten und Oberflächen befreit. Der Raum wird durch Freilassen von Möblierungen und Einbauten nutzungsflexibel. Durch einen speziellen Umgang mit Tageslicht gelangen wir zu einem neuen Lichtthema und versuchen dadurch der leidbeladenen Thematik mit starken Hoffnungssymbolen zu begegnen. Im Zuge des Kapellenumbaus soll auch die Fridolinskapelle umgestaltet werden.
Team: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Simon Metzler.
Bauherr: Pfarre Rankweil
Konzept 2009, Fertigstellung 2011







