Projektmappe [0]
+ Projektmappe

Besucherzentrum Freilichtmuseum

In sich ruhend, eigenständig und mit identitätsstiftender Strahlkraft steht die neue Bauskulptur auf der flachen Geländezunge der plateauförmigen Anhöhe. Der Entwurf übernimmt das örtliche Thema vom „Haus in der Waldlichtung“, entwickelt gerichtete Blickbeziehungen und einen räumlich gefassten Außenraum. Das Erscheinungsbild des neuen Besucherzentrums für historische Baukultur ist abgeleitet von der archaischen Hausform und generiert vertraute Erinnerungsbilder aus dem anonymen Bauen. Erst durch seine Differenziertheit in Längenausdehnung und Struktur wird es transformiert zu einem Sondertypus eines Besucherzentrums. Die Konzeption interpretiert Hoftypologien und Grundrissstrukturen der Salzburger Hoflandschaft, wirkt zurückhaltend in ihrem Kontext und tritt nicht in Konkurrenz zu den vorwiegend zweigeschossigen Exponaten des Museumsareales. Vielmehr verhält sie sich ruhig und doch eigenständig, selbstbewusst und doch integrativ, durch die eingeschossige Ausbildung und die Kombination aus flacher und langer Baukörperform samt Satteldachabschluss wirkt sie selbstverständlich und erhält einen dem Inhalt entsprechenden und zeitgemäßen Ausdruck, ein Erscheinungsbild mit Merk- und Sichtzeichencharakter mit hohem Wiedererkennungswert und überregionaler Ausstrahlung. Linear und offen steht die neue Struktur formal in spannungsvollem Dialog zu den vertikalen Elementen der Stammstrukturen der Waldumgebung und vereint sämtliche Funktionen auf einer Ebene unter einem großen gemeinsamen Dach, welches die Anmutung eines sammelnden Gefäßes oder eines großen überdeckten Freibereiches hat und einladend wirkt in der Annäherung, einen großen offenen Raum beherbergt, ein Kontinuum, in welchem der Besucher die gesamte Dimension der Raumstruktur erlebt, eine große offene Zentralhalle mit eindeutiger Eingangssituation und Sichtbeziehungen über eine panoramatische Öffnung zum Museumsareal. Die neue Struktur ist kein Gebäude mit integriertem Drehkreuz, vielmehr ist das Besucherzentrum als offenes Haus konzipiert, seine Umgebung samt neuem multifunktionalem Platzraum im Osten sind als öffentliche Zone für geschützten Aufenthalt mit Verweilcharakter gedacht. Das neue Zentrum knüpft an die qualitätsvolle Bautradition an und es setzt architektonisch einen neuen Maßstab, welcher den Bau- und Werkstoff Holz in seinen verschiedensten Formen eindrucksvoll einsetzt, als Zukunftsbaustoff erlebbar macht und hohe handwerkliche Leistung verlangt.

Team Entwurf: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Stefan Prattes, Gregor Benz, Aline Messmer, Florian Medicus, Paulus Cukrowicz mit Merz Kley Partner ZT GmbH Dornbirn
Auftraggeber: Land Salzburg / Salzburger Freilichtmuseum Großgmain
Wettbewerb 2019 1.Preis