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Geisteswissenschaftliches Zentrum und Bibliothek „Himbeerpalast“ Erlangen

Aus dem ehemaligen Hauptverwaltungsgebäude von Siemens entsteht als Auftakt der zukünftigen Wissenschaftsachse das neue geisteswissenschaftliche Zentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Der denkmalgeschützte Gebäudebestand umschließt als halboffene Ringstruktur zwei differenzierte Hofbereiche. Die starke und identitätsstiftende Baukörperfigur mit straßenraumprägendem Erscheinungsbild von hohem Wiedererkennungswert wird nahezu vollständig erhalten. Den heterogenen Hofräumen liegt etwas Ungeordnetes zugrunde. Es fehlt ein ordnendes Passstück, das durch seine Stärke und Präsenz und vor allem auch durch seine Ausdehnung Orte und Raumsequenzen definiert, wodurch heutige „Freiräume“ zu Plätzen und Gärten werden können. Dieses Ordnen und Positionieren sehen wir als eine Hauptaufgabe unseres Projektes für den Uni-Campus und die neue Bibliothek in Erlangen. Der Neubau der Bibliothek wird im Zentrum der Gesamtanlage anstelle des Verbindungstraktes errichtet. Er bildet (allseitig in zweiter Reihe) eine neue Mitte und erhebt sich als neuer Stadtbaustein sanft über die Dachlandschaft der baulichen Umgebungsstrukturen. Prägnant und selbstbewusst, stark und eigenständig, zurückhaltend und selbstverständlich, mit großer Strahlkraft, ein turmartiger Hochpunkt mit 12 Geschossen auf annähernd quadratischem Grundriss. Durch die Überlegungen die Funktionen übereinander zu stapeln und dadurch das Haus in die Höhe zu entwickeln, wird es möglich den Fußabdruck des Gebäudes möglichst gering zu halten und das Gebäude auf eine größere platzraumwirkende Hoffläche zu stellen. Die solitäre und archaische Form des Hauses transportiert den besonderen Inhalt nach außen und kommuniziert diese mit der Stadt. Durch ein präzises Ausloten der Baumasse ermöglichen wir neben der Schaffung eines ordnenden Elementes die Bildung eines Knotenpunktes im Netz der inneren Grünachsen und Freibereiche. Die sensible Positionierung garantiert das Beibehalten und Aufwerten der beiden charakteristischen Hofbereiche, die freie Stellung ermöglicht tangentiale Hofverbindungen. Die Wahl der archaischen Gebäudeform, die städtebaulichen Überlegungen das Haus zentral zwischen die beiden Hofflächen zu stellen und sich als dezenter Leuchtturm über die Dachlandschaft zu erheben, somit in die Weite wirken zu lassen und gleichzeitig die profanen Aufgaben wahrzunehmen und seine Beiträge an den Stadtraum in unmittelbarer Nähe zu leisten, dies alles sind untrennbar miteinander verbundene Entscheide, um Architektur, Programm und Städtebau zu einem spezifischen, nur auf diesen Ort passenden Ganzen zu verbinden.

Team Entwurf: Andreas Cukrowicz, Anton Nachbaur-Sturm, Tobias Schnell (PL), Matthias Wild, Ann Kathrin Hummler, Sofia Kholodkova, Theresa Hammerl, Lea Rief in Zusammenarbeit mit Vogt Landschaftsarchitekten AG Zürich, Knippers Helbig GmbH Stuttgart New York Berlin, Frey Donabauer Wich Ingenieurgesellschaft mbH Gaimersheim, Knab Ingenieurbüro GmbH München, Kersken Kirchner GmbH München, Dipl. Ing. Bernhard Weithas GmbH Lauterach, Transsolar Energietechnik GmbH Stuttgart München New York Paris, Martin Stocker Modellbau Hohenems, Visualisierungen reflexiv.
Auftraggeber: Freistaat Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst vertreten durch Staatliches Bauamt Erlangen-Nürnberg
Wettbewerb 2021 Anerkennung